Gemeinschaftsschule Wahlstedt (offene Ganztagsschule)
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Schulsanitäter

Schulsanitäter an der PDJ-Schule

An der PDJS gibt es seit Jahresbeginn Schulsanitäter! Zu verdanken ist dies unter anderem dem Projekt „Schulsanitätsdienst“ der Stiftung der Sparkasse Südholstein in Zusammenarbeit mit dem DRK Kreisverband und der Wald-Apotheke Wahlstedt. Im Januar 2012 wurden vom DRK Jugend-Kreisverband Segeberg 15 Schülerinnen und Schüler unserer Schule aus den 8. und 9. Jahrgängen zu Schulsanitätern ausgebildet. Seitdem stehen sie bei Verletzungen jedem Hilfsbedürftigen mit großem Sachverstand und Engagement zur Seite. Das notwendige Material für ihren Dienst stellt die Waldapotheke in Wahlstedt zur Verfügung. Die „Sanis“ sind stets einsatzbereit und verrichten ihren Dienst im schulischen Alltag ebenso wie bei Schulveranstaltungen.

Schulsanitäter bei den Segeberger Kliniken und bei dem DRK

Statt normalen Unterrichts steht heute für die 12 Schülerinnen und Schüler des Schulsanitätsdiensts der Poul-Due-Jensen-Schule etwas ganz Besonderes auf dem Tagesplan. Heute haben sie die Möglichkeit, sich die DRK Rettungswache in Bad Segeberg anzusehen.

In einem der Hörsäle des Fachbereichs Bildung erhalten sie von Susanne Wind, der stellvertretenden Schulleitung der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, zunächst einen Überblick über die Teilkonzerne der Segeberger-Kliniken-Gruppe. Indem die Schüler und Schülerinnen im Vorfeld in Zweiergruppen Fragen formulieren, die im Laufe des Gesprächs beantwortet werden sollen, berücksichtigt Frau Wind auch die Interessen der Jugendlichen. So erfahren die Schulsanitäter, dass neben einer Vielzahl verschiedener Krankenhäuser mit unterschiedlichen Fachrichtungen, auch noch das Gesundheitszentrum, der ambulante Pflegedienst, die Telemedizin und das Vitalia Hotel und Spa Teile der Segeberger-Kliniken-Gruppe darstellen. Ebenso vielfältig sind auch die am Tagesgeschäft beteiligten Berufsgruppen und Ausbildungsberufe, zu denen sich die Jugendlichen bei Frau Wind informieren können. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie viele Ausbildungsplätze jährlich zu besetzen sind, worauf es bei der Bewerbung ankommt, auf welche Fächer bei den eingereichten Zeugnissen geachtet wird, welche Lernbereiche es gibt und wie Theorie- und Praxisanteile in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger verteilt werden. Auf die Frage, ob die Gesundheits- und Krankenpflege ein Traumberuf ist, antwortet Frau Wind: „Ja, das Schöne an dem Beruf ist die Arbeit an und mit dem Patienten. Wir haben hier auch ein ganz tolles Team. Wichtig ist es der Gesundheits- und Krankenpflegeschule auch, dass die Wünsche der Auszubildenden berücksichtigt werden. Wir versuchen, sie in der Praxis dort einzusetzen, wo sie es sich wünschen.“ Da sie nun schon die Möglichkeit haben, sich mit einem Berufspraktiker auszutauschen, nutzen die Jugendlichen die Chance, auch tiefgründigere Fragen zu stellen. Sie informieren sich zum Umgang mit psychischen Belastungen in der Krankenpflege und im Sanitätsdienst, zu Seelsorgeleistungen für Patienten und zur Begleitung sterbender Menschen.

Nachdem sich drei Schülerinnen zu den Möglichkeiten eines Praktikums bei der Segeberger-Kliniken-Gruppe erkundigt haben, erklärt Frau Wind den Schulsanitätern anhand der Berufsbekleidung, wie man im Krankenhaus die unterschiedlichen Berufs- und Funktionsgruppen erkennen kann. Ausgerüstet mit diesen Informationen geht es im Anschluss zur DRK-Rettungswache Segeberg.

Da der eigentliche Ansprechpartner der Rettungswache, Sascha Zastrow, kurzfristig zu einem Einsatz gerufen wurde, erklärt zunächst ein Rettungsassistent in Rufbereitschaft den Schülern, dass am Standort Segeberg insgesamt 5 Rettungswagen zur Verfügung stehen. Davon müsse aber immer einer in Reserve bleiben, falls mal ein Wagen in die Werkstatt muss. „Im Tagesverlauf sind 2-4 Wagen im Einsatz. Manche davon 24 Stunden lang.“, sagt der Rettungsassistent. „Die Wagen sehen nicht nur alle gleich aus, sie sind auch in der Einrichtung identisch, so dass man unabhängig vom Rettungswagen weiß, wo was zu finden ist.“

Die Schulsanitäter erfahren, dass in zwei Schichten gearbeitet wird. In dieser Zeit seien bis zu 12 Touren möglich. Allerdings handele es sich dabei nicht immer um Touren für den Rettungsdienst. Das Hauptgeschäft seien vielmehr die Krankentransporte. Die Schülerinnen und Schüler erhalten vom Rettungsassistenten auch einen Überblick über die Notarzt- und Rettungswache-Standorte im Kreis Segeberg.

Nachdem Sascha Zastrow, der Rettungsassistent, aus seinem Einsatz wieder eingetroffen ist, gibt er den Jugendlichen die Möglichkeit, sich die „Intensivstation auf engsten Raum“ von innen anzusehen. Nach einer ausführlichen Begutachtung führt der erfahrene Rettungsassistent das Equipment vor, das anhand von Checklisten jeden Morgen und Abend überprüft werden muss. Dabei stellt er fest, dass die Rettungsassistenten im Grunde genommen genau das machen, was auch die Schulsanitäter leisten, nur eben etwas verfeinert.

Neben der Rettungsdecke, dem Beatmungsbeutel, dem Defibillationsgerät und vielen anderen wichtigen Ausrüstungsgegenständen in der Ersten Hilfe, stellt Sascha Zastrow ein wichtiges Gerät vor, mit dem alle Vitalfunktionen (z.B. EKG und Puls) des Patienten gemessen werden können. „Insgesamt dauert die Schulung zur Bedienung und Handhabung des Geräts zwar nur zwei Stunden, aber bis man es irgendwann richtig versteht, muss man das Gelernte ständig wiederholen.“

Die Schülerinnen und Schüler werfen auch einen Blick auf das Dokumentationsblatt, auf dem der lückenlose Ist-Zustand des Patienten vom Rettungsassistenten notiert werden muss. Einen tollen Tipp erhalten die Schulsanitäter, als ihnen die Schutzkleidung vorgeführt wird. „Da man ja nicht mit bloßer Hand offene Wunden versorgen darf, sind Gummihandschuhe sehr wichtig. Wenn man davon zwei Paar in Überraschungs-Plasteeier packt, bleiben die unversehrt und passen so auch in die Jacke- oder Hosentasche. Wenn die Gummihandschuhe lose in die Tasche wandern, kann man die schon nicht mehr benutzen.“

„Das Interessante an meinen Job ist, dass ich morgens nie weiß, was mich erwartet. Wir wissen nicht, wie der Tag anfängt und wie er endet.“

„In einem Erste-Hilfe-Fall haben wir die Aufgabe, die Patienten schnell ins nächstgelegene Krankenhaus zu bringen, dass für die Behandlung der vorgefundenen Verletzung geeignet ist. Wir müssen in 12 Minuten am Einsatzort eingetroffen sein“. Sascha Zastrow sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler, dass sie in ihrer Tätigkeit im Schulsanitätsdienst aber auch immer überlegen sollen, was Ihnen selbst beim Leisten der Ersten Hilfe passierten kann. Gefahrenbereiche müssen immer abgesichert werden. „Wenn der Notruf abgesetzt wird“, erfahren die Jugendlichen, „ist es außerdem wichtig immer ganz genau den Standort durchzugeben, da es hin und wieder vorkommt, dass am Türschild gar kein Name steht“. Eine Besonderheit seien auch immer solche Situationen, in denen mehr als 4 Personen verletzt sind. „Da wir nur 4 Wagen zur Verfügung haben und jeder Wagen mit einem einzigen Verletzten belegt werden kann, müssen bei größeren Schadensfällen auch Rettungswagen der umliegenden Rettungswachen anrücken. Deshalb ist es bei einem Notruf auch immer ganz wichtig, die Anzahl der Verletzten mitzuteilen.“ Am Fall des Noro-Virus erzählt der Rettungsassistent den Schulsanitätern, wie sogar extra Wagen aus Hamburg hinzukommen mussten, um die Patienten auf die unterschiedlichen Krankenhäuser zu verteilen.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass der Weg zur Berufsbezeichnung Rettungsassistent/in unterschiedlich ist. Oft müsse man die Ausbildung und den Führerschein selber zahlen, erfahren die Jugendlichen. „Hier in Schleswig Holstein hat der DRK nun aber eine dreijährige Ausbildung etabliert, bei der die Azubis sogar eine Ausbildungsvergütung erhalten. Das ist schon eine Besonderheit.“ Ein Praktikum sei leider erst ab dem 18. Lebensjahr möglich, eine Ausbildung kann aber auch schon mit den Haupt- oder Realschulabschluss begonnen werden. „In der schulischen Ausbildung, die im Blockunterricht durchgeführt wird, wäre allerdings der Realschulabschluss besser. Wie die Polizei führen auch wir Auswahltests durch, bei der die körperliche Fitness und das Denkvermögen eine große Rolle spielt.“ Zwar bildet die DRK-Rettungswache in Bad Segeberg nur einen Auszubildenden pro Jahr aus, aber die werden dann auch sich übernommen. Da die Ausbildung als Wartezeit für ein Studium angerechnet werden kann, nehmen einige Rettungsassistenten nach der Ausbildung auch noch ein Medizinstudium auf.

Den Abschluss bildet eine kurze Führung durch die Aufnahmestation der Segeberger Kliniken, in der die vom Rettungsdienst angelieferten Patienten aufgenommen und behandelt werden. Unter Begleitung einer angehenden Rettungsassistentin im zweiten Lehrjahr können die Schulsanitäter unter anderem einen Blick in den Röntgen- und Gipsraum werfen.

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